ICAN-Postkarte: 100 Prozent aller Atomwaffen lagern auf der Nordhalbkugel. Die Südhalbkugel ist vollständig atomwaffenfrei.

Atomwaffenfreie Zonen

Alle Landmassen der südlichen Hemisphäre, der Weltraum und der Meeresboden sind atomwaffenfrei.

Der Pelindaba-Vertrag (2009) regelt die atomwaffenfreie Zone in Afrika, der Vertrag von Tlatelolco (1968) betrifft ganz Süd- und Mittelamerika, der Raratonga-Vertrag (1986) den Südpazifik. Allerdings sind nicht alle internationale Gewässer von den atomwaffenfreien Zonen abgedeckt.

Der Vertrag von Bangkok (1997) deckt einen großen Teil von Südasien ab, nicht jedoch Indien und Pakistan. Zuletzt wurde der Vertrag von Semei (2009), der die atomwaffenfreie Zone in Zentralasien regelt, abgeschlossen.

Neuseeland und die Mongolei haben sich für atomwaffenfrei erklärt. Die ehemalige Gebiete der DDR und West-Berlins sind ebenfalls atomwaffenfreie Zone durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag (1991).

Der Antarktis Vertrag (1961) erklärt die Antarktis zu einem Gebiet, das ausschließlich zu friedlichen Zwecken genutzt werden darf: Jede Form der militärischen Nutzung der Antarktis ist verboten. Nukleare Explosionen sowie die Lagerung radioaktiver Abfälle sind explizit untersagt. Der Vertrag wurde am 1. Dezember 1959 unterzeichnet und ist am 23. Juni 1961 in Kraft getreten.

Der Meeresbodenvertrag (1972) verbietet die Stationierung von Nuklear- oder von Massenvernichtungswaffen ebenso wie Errichtung von Abschussvorrichtungen oder Lagerung, Testversuche und Einsatz derartiger Waffen auf dem Meeresgrund oder dessen Untergrund.

Der Weltraumvertrag (1967) und der Mondvertrag (1979) enthalten die Prinzipien zur Regelung der Tätigkeiten von Staaten bei der Erforschung und Nutzung des Weltraums, des Mondes und anderer Himmelskörper. Die Vertragsstaaten verpflichten sich darin, keine Gegenstände, die Kernwaffen oder andere Massenvernichtungswaffen tragen, in eine Erdumlaufbahn zu bringen und weder Himmelskörper mit derartigen Waffen zu bestücken noch solche Waffen im Weltraum zu stationieren.

1992 haben Nord- und Südkorea eine gemeinsame Erklärung für die Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel verabschiedet, die zur Zeit nicht greift. Der Vorschlag für die Einrichtung einer atomwaffenfreien Zone für die Region des Mittleren Ostens (Westasien) wurde zum ersten Mal durch Iran und Ägypten im Jahr 1974 in den UN eingebracht und verabschiedet. 1990 wurde auf Vorschlag Ägyptens auf Massenvernichtung ausgeweitet und fünf Jahre Später in einer Resolution der Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags aufgenommen, die bis heute nicht erfüllt geblieben ist. Auf der 2010 Überprüfungskonferenz wurde beschlossen eine Staatenkonferenz bis 2012 einzuberufen, um die Zone zu verhandeln. Die Konferenz blieb auch aus.

Atomwaffenfreie Zone. Bild: Wikipedia/CC 3.0

Legende:

blau = atomwaffenfreie Zone; gelb = Unterzeichnerstaat des Atomwaffensperrvertrags als „Nicht-Atomwaffenstaat“; orange = Atomwaffen auf Territorium stationiert; rot = Atommächte

Abbildung: Atomwaffenfreie Zone. Bild: Wikipedia/CC 3.0


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