Bericht zur Nukipedia 2026 in Frankfurt am Main

Im April haben wir zum ersten Mal die Nukipedia nach Frankfurt am Main verlegt. Das Thema des zweitägigen Workshops war Nukleare Gerechtigkeit. Gemeinsam mit jungen Menschen und Studierenden, die aus ganz Deutschland angereist sind, haben wir gemeinsam diskutiert, gelernt und kritisch Atomwaffen und ihre Folgen thematisiert. 

Samstag, 11.04.

Zunächst beginnt der Tag mit einer Einführung in die Physik der Atomwaffe. Hubertus Sonntag (ICAN Deutschland) gab den Teilnehmenden einen Einblick in den Aufbau und die Wirkungsweise einer Atomwaffe aus physikalischer Perspektive. Anschließend folgte ein Beitrag von Matthias Jochheim von der IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War) zu Atomwaffen aus medizinischer Sicht. Danach haben sich die Teilnehmenden in einer Gruppenarbeit mit den verschiedenen Stationen der nuklearen Kette auseinandergesetzt. 

Im Anschluss gab Aigerim Seitenova (Qazaq Nuclear Frontline Coalition) aus Kasachstan einen Input über generationales Trauma und die feministische Kritik an einer Atomwaffe. Ihre Perspektive als Betroffene und Aktivistin sowie ihr dokumentarischer Kurzfilm “Jara – Radioactive Patriarchy”  waren besonders eindrucksvoll. 

Zum Abschluss erfolgte ein Beitrag von Paula Bonara (ICAN Deutschland) zum Nuklearen Neokolonialismus auf den Marshall Inseln. In diesem Vortrag stellte sie die US-amerikanischen Detonationen von Atomwaffen zu Testzwecken vor und sprach über Theorien zu Nuklearen Neokolonialismus und Nuklearer (Un)Gerechtigkeit. 

Sonntag, 12.04.

Der zweite Tag startete mit einem Beitrag von Jana Baldus (European Leadership Network) zur Nuklearen Gewalt und Transitional Justice in der Forschung. In diesem Kontext knüpfte sie an das Argument zum Nuklearen Kolonialismus in Bezug auf Atomwaffen an und diskutierte aktuelle Fragen zu Völkerrecht und “Wiedergutmachungen”. 

In einer gemeinsamen Übung sammelten alle Teilnehmenden Argumente für und gegen Atomwaffen. Hier wurden mediale, politische, neu erlernte und persönliche Argumente auf ihre Widerständigkeit geprüft. In der gemeinsamen Reflektion wurde über das Gelernte diskutiert und hinterfragt, wie Atomwaffen auch ohne ihren kriegerischen Einsatz die Frage nach Nuklearer Gerechtigkeit aufbringen können. Abschließend wurde darüber gesprochen, wie man sich in der globalen Zivilgesellschaft im Einsatz für eine atomwaffenfreie Welt einbringen kann.

Vielen Dank an das medico Haus für die Räumlichkeiten!