Mitte November haben wir einen zweitägigen Workshop zur Frage „Atombombe(n) für Deutschland?“ veranstaltet. Junge Menschen und Studierende aus ganz Deutschland haben gemeinsam mit uns gelernt, diskutiert und sich kritisch mit Atomwaffen auseinandergesetzt.
Samstag, 15.11.
Morgens sind wir direkt technisch in das Thema eingestiegen und haben uns damit beschäftigt, ob Deutschland überhaupt dazu in der Lage wäre, eigene Atomwaffen zu bauen. Unter anderem hat Lena Gedat von der IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War) in einem Vortrag erklärt, welche medizinischen Katastrophen eine atomare Detonation zur Folge hätte.
Mit einem Blick in das Völkerrecht haben wir geschaut, inwieweit die weltweiten atomaren Machtspiele aktuell geregelt werden, welche Rolle das Atomwaffenverbot der Vereinten Nationen spielt und welche internationalen Regeln auch für Deutschland gelten. Danach haben wir uns intensiv mit der nuklearen Kette von Uranabbau bis zur Atombombe beschäftigt und gelernt, dass es so etwas wie einen „nuklearen Kreislauf“ nicht gibt.

Zum Abschluss hat Dr. Sascha Hach vom Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung seine Einschätzungen zur aktuellen geopolitischen Lage abgegeben. Dabei hat er sowohl über die Möglichkeit einer europäischen Atombombe als auch die Rolle der nuklearen Abschreckung im Ukraine-Krieg geredet.
Sonntag, 16.11.
Am zweiten Tag haben wir uns gemeinsam angeschaut, wie Atomwaffen in Popkultur und Medien dargestellt werden – von US-amerikanischen Kinderfilmen der 50er Jahre bis hin zu den neusten Schlagzeilen in der deutschen Politik.
Besonders spannend war die internationale Perspektive: Zhamilya Koshek von der Steppe Organization for Peace aus Kasachstan hat eindrücklich davon berichtet, wie die Menschen in Semei noch immer mit den Folgen der sowjetischen Atomwaffentests in ihrer Heimat zu kämpfen haben.
Als letztes Input hat uns Politikwissenschaftler Tim Thies vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik wissenschaftliche Perspektiven vorgestellt, die kritisch mit nuklearer Abschreckung umgehen.
In der gemeinsamen Reflektion wurde über das Gelernte diskutiert und hinterfragt, welchen vermeintlichen Schutz die sogenannte nukleare Abschreckung bietet – und für wen. Abschließen haben wir darüber gesprochen,wie man sich der globalen Zivilgesellschaft im Einsatz für eine atomwaffenfreie Welt anschließen kann.
Vielen Dank an die Rosa Luxemburg Stiftung für die freundliche Unterstützung!
