Rückblick auf die 1. Nukleare Winterolympiade

Bericht:

Rüstungskontrolle auf dünnem Eis: Rückblick auf die 1. Nukleare Winterolympiade

Was als 15-Kilometer-Lauf gegen den Rüstungswettlauf geplant war, wurde vom Berliner Winter eines Besseren belehrt: Der Tiergarten verwandelte sich in eine spiegelglatte Bühne geopolitischer Symbolik. Doch statt das Event abzusagen, nutzten wir die Gunst der Stunde und erklärten kurzerhand die 1. Nukleare Winterolympiade für eröffnet.

Als ordnungsgemäß angemeldete Demonstration war von Anfang an klar: Politische Botschaften, Kostüme, Banner und kreative Übertreibungen waren nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht. Und so rutschten Trump und Putin gemeinsam mit Haltung, Humor und warmem Tee über das Eis.

Im Zentrum der Veranstaltung stand unsere klare Position: ICAN Deutschland lehnt Atomwaffen grundsätzlich ab – aus humanitären Gründen und im Sinne globaler Gerechtigkeit. Menschliche Sicherheit, Solidarität mit betroffenen Gemeinschaften und der Einsatz für einen deutschen Beitritt zum Atomwaffenverbotsvertrag prägen unser Handeln. Dazu gehören die Entschädigung der Opfer von Atomwaffentests, die Sanierung verseuchter Gebiete und ein Ende der nuklearen Teilhabe in Deutschland.

Insgesamt vier Wettbewerbsrunden sorgten für Bewegung, Gelächter und Gesprächsstoff. Beim Schlitten-Wettfahren, Weitwurf und andere Disziplinen auf rutschigem Untergrund kam auch der inhaltliche Tiefgang nicht zu kurz: Lucian Bumeder vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) lieferte einen fundierten Vortrag zur aktuellen nuklearen Lage und zu den absehbaren Folgen des Auslaufens von New START.

Ergänzt wurde das Programm durch (sarkastische) Redebeiträge von „Trump“ und „Putin“ sowie durch Einordnungen von ICAN – ein Mix, der deutlich machte: Der Rüstungswettlauf ist real, absurd und brandgefährlich. Aber wir stellen uns ihm gemeinsam entgegen!

Diese Demonstration zeigte, dass politischer Protest nicht nur laut, sondern auch kreativ, solidarisch und gemeinschaftlich sein kann. Bei der Siegerehrung wurden schließlich Gold, Silber und Bronze (natürlich in Form kleiner Atomwaffen-Sprengköpfe) vergeben.

Danke an alle, die dabei waren, ob auf zwei Beinen, auf dem Poporutscher oder mit Banner in der Hand. Die Zukunft der Rüstungskontrolle steht auf dünnem Eis – genauso wie wir am Samstag. Deshalb müssen wir uns unbedingt für ihre Zukunft einsetzen. Auf dünnem Eis zu stehen ist riskant. Nichts zu tun wäre es jedoch noch mehr.

Viele Fotos findest du auf unserer Flickr-Seite!