80 Jahre Hiroshima & Nagasaki mahnen

Berlin, 6. August 2025 – Diesen Mittwoch vor genau 80 Jahren wurde die erste Kernwaffe im Krieg eingesetzt. Die US amerikanischen-Atombombenabwürfe auf Hiroshima am 6. August und Nagasaki am 9. August 1945 kosteten mehr als 210.000 Menschen, hauptsächlich Zivilist*innen, das Leben. Darunter waren auch mehr als 20.000 Zwangsarbeiter*innen, insbesondere aus Korea, Taiwan und China.

ICAN ruft zum weltweiten Gedenken an die nuklearen Zerstörung von Hiroshima und Nagasaki und zur Abrüstung aller Atomwaffen auf: “Wir stehen den Opfern von Atomwaffen, und auch künftigen Generationen gegenüber in der Verantwortung: Es darf nie wieder zum Einsatz von Atomwaffen kommen!” erklärt Christoph von Lieven.

“Es ist nicht nur moralische Pflicht, sondern auch sicherheitspolitische Notwendigkeit, dass die Bundesregierung sich für atomare Abrüstung einsetzt. Atomwaffen sind Massenvernichtungswaffen, die ungezielt töten und für die gesamte Menschheit eine existentielle Bedrohung. Das unkritische Festhalten an der Ideologie der sogenannten nuklearen Abschreckung und die Stationierung von US-Atombomben in Deutschland stellen eine Gefährdung unserer Sicherheit dar.”, so Christoph von Lieven weiter.

Seit den US-Atombombenabwürfen auf Japan vor acht Jahrzehnten bedrohen sich die mittlerweile neun Kernwaffenstaaten mit gegenseitiger Massenvernichtung. Gleichzeitig gefährden diese nuklearen Arsenale den gesamten Planeten: Allein ein Atomkrieg zwischen Indien und Pakistan würde Studien zufolge zu weltweiten Temperaturstürzen, Ernteausfällen und bis zuüber zwei Milliarden Toten führen. Auch ein nuklearer Schlagabtausch zwischen der NATO und Russland, wie er von der russischen und der US Regierung angedroht wird, wäre nach dem direkten Tod von Millionen von Menschen  durch den darauffolgenden „nuklearen Winter“ der Zusammenbruch der weltweiten Nahrungsproduktion und voraussichtlich das Ende der Menschheit.

Deutschland, verantwortlich für zwei Weltkriege mit 60 Millionen Toten, darf nicht Teil des atomaren Risikos für die Menschheit sein und bleiben. ICAN Deutschland fordert daher von der Bundesregierung ein klares Umdenken in der Sicherheitspolitik: Kein Festhalten an einer destruktiven Ideologie der nuklearen Abschreckung, keine europäischen  und vor allem niemals deutsche Atomwaffen.

Stattdessen muss Deutschland dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag beitreten und sich aktiv für eine weltweite nukleare Abrüstung einsetzen. 80 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki ist es höchste Zeit, aus der Geschichte zu lernen und politische Verantwortung zu übernehmen – gegenüber den Überlebenden, künftigen Generationen und dem gesamten Planeten. Atomwaffen schaffen keine Sicherheit – sie bedrohen unsere Existenz.

Anlässlich der Gedenktage finden bundesweit Mahnwachen, Protestaktionen und Veranstaltungen statt. ICAN Deutschland wird am 06.08.2025, um 18 Uhr eine Mahnwache und eine lebendige Ausstellung auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor veranstalten.