81 Jahre Hiroshima und Nagasaki

Gemeinsam erinnern, gemeinsam für eine Welt ohne Atomwaffen eintreten

Am 6. und 9. August 2026 jährte sich der Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki zum 81. Mal. Auch in diesem Jahr kamen Menschen bundesweit zusammen, um der Opfer zu gedenken, die Überlebenden zu würdigen und ein klares Zeichen gegen Atomwaffen zu setzen.

Am 9. August hielt ICAN zusammen mit der Berliner Mahnwache für ein Atomwaffenverbot und der Soka Gakkai in Deutschland eine gemeinsame Gedenkveranstaltung vor dem Brandenburger Tor.

In bewegenden Wortbeiträgen riefen Ine Kayser, Sebastian Niemetz und Gerald Seifert zu Solidarität mit den Opfern und Überlebenden nuklearer Gewalt auf und appellierten an die Bundesregierung, den Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen zu unterzeichnen. Besonders ergreifend war der Beitrag von Kaoru Maeno, die einen Erfahrungsbericht des Hiroshima-Überlebenden Shigeru Nonoyama vortrug. Nonoyama war zum Zeitpunkt des Atombombenabwurfs 15 Jahre alt.

Kaoru Maeno bei der Mahnwache am Brandenburger Tor

Zum Abschluss des gemeinsamen Gedenkens trug Marlene Ito, Violinistin der Berliner Philharmonie, das Stück Largo von Johann Sebastian Bach vor. 

Auch in Freising wurde der Opfer von Hiroshima und Nagasaki gedacht. ICAN Freising und Pax Christi Freising luden dort zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung auf dem Marienplatz ein.

In Kiel versammelten sich am 6. August rund 250 Menschen im Hiroshimapark. Auch hier stand die Erinnerung an die Opfer der Atombombenabwürfe im Mittelpunkt. Unser Vorstandsmitglied Christoph von Lieven hielt so wie auch am 8. August in Frankfurt eine bewegende Rede und machte deutlich, dass Erinnern nicht bei der Rückschau stehen bleiben darf: Aus der Geschichte müssen politische Konsequenzen folgen.

ICAN Mahnwache in Freising 2026

„Diese Menschen hätten nicht sterben müssen“, so Christoph. 1945 starben in Hiroshima und Nagasaki innerhalb weniger Tage zehntausende Menschen, viele weitere erlagen in den folgenden Monaten und Jahrzehnten den Folgen der Strahlung. Die Erinnerung an sie sei deshalb nicht nur ein Blick zurück, sondern eine Verpflichtung für die Gegenwart.

Er warnte vor einer Welt, in der militärische Stärke zunehmend als Grundlage für Sicherheit verstanden wird. Gerade angesichts der weltweiten konventionellen und nuklearen Aufrüstung müsse die Logik der Abschreckung hinterfragt werden. Atomwaffen bedeuteten nicht Sicherheit, sondern die permanente Drohung mit der Vernichtung von Millionen Menschen.

Dabei richtete er den Blick auch auf Deutschland. Die Diskussion über Aufrüstung und „Kriegstüchtigkeit“ dürfe nicht von der nuklearen Dimension getrennt werden. Deutschland müsse sich stattdessen für Diplomatie, internationale Zusammenarbeit und Rüstungskontrolle einsetzen – und dem Atomwaffenverbotsvertrag beitreten. Der Vertrag ist seit dem 22. Januar 2021 geltendes Völkerrecht und verbietet unter anderem Entwicklung, Herstellung, Erwerb, Lagerung, Stationierung und Einsatz von Atomwaffen sowie die Drohung mit ihrem Einsatz.

Auch beim Nuclearban Marathon am 8. August in Bretten wurde ein Zeichen für Frieden und eine Welt ohne Atomwaffen gesetzt. Die rund 300 Kilometer lange Fahrraddemonstration führte von Bretten über Zuzenhausen, Mannheim, Kaiserslautern, Ramstein und Lingenfeld zurück zum Ausgangspunkt. Die sportlich anspruchsvolle Rundfahrt verband dabei gemeinsames Gedenken mit konkretem Engagement für das Atomwaffenverbot.

Der Nuclearban Marathon wird von der Friedenswerkstatt Mutlangen organisiert und versteht sich ausdrücklich als sportliche Demonstration für eine atomwaffenfreie Welt. Eine besondere Station der Tour war die Gedenkstätte in Ramstein. Der Ort erinnert daran, wie eng militärische Infrastruktur, Krieg und internationale Machtpolitik miteinander verbunden sind und macht die Aktualität des Einsatzes für Frieden und Abrüstung deutlich.

Die vielen Gedenkveranstaltungen und Aktionen haben in diesem Jahr unser wichtiges Anliegen sichtbar gemacht: Erinnerung bedeutet Verantwortung.

Die Hibakusha, die Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki, werden immer weniger. Umso wichtiger ist es, ihre Erfahrungen weiterzutragen und ihre Stimmen auch für kommende Generationen hörbar zu machen.

Eine Welt ohne Atomwaffen ist möglich. Dafür braucht es politischen Willen, internationale Zusammenarbeit und Menschen, die sich immer wieder dafür einsetzen.

Hiroshima und Nagasaki dürfen sich niemals wiederholen.