Kim Jong-un und Atomrakete (v.r.n.l.) Foto: Ralf Schlesener

Friedens-NGOs begrüßen Gesprächsangebot im Atomkonflikt

Die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Organisationen ICAN und IPPNW begrüßen das Gesprächsangebot Nordkoreas im Atomkonflikt mit den USA. „Gespräche und ein gewisses gegenseitiges Vertrauen sind die Voraussetzung, um eine nukleare Katastrophe zu verhindern. In der Vergangenheit haben Kim Jong-un und Donald Trump mit ihrer aggressiven Rhetorik leider immer wieder eskaliert. Das muss ein Ende haben“, sagt Xanthe Hall, Abrüstungsexpertin der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) undVorstandsmitglied der deutschen Sektion der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN).

Nordkoreas Regierung ist nach eigenen Angaben zur Unterbrechung der Atomwaffentests bereit und würde auf die Massenvernichtungswaffen verzichten, wenn es verlässliche Sicherheitsgarantien bekomme. ICAN und IPPNW würden eine Beendigung aller Atom- und Raketentests sehr begrüßen. US-Präsident Donald Trump twitterte von „möglichen Fortschritten“ in Gesprächen mit Nordkorea. Allerdings kam prompt danach die Nachricht, dass die USA wegen des angeblichen Mordes mit Nervengift an dem Halbbruder Kims neue Sanktionen auflegen wollen. Die beiden Friedensorganisationen hoffen, dass diese Entwicklung die Annäherungen beider Länder nicht wieder zunichtemacht.

Martin Hinrichs aus dem ICAN-Vorstand kommentiert: „Das Gesprächsangebot ist ein positives Signal. Wirkliche Sicherheit vor einem Atomkrieg kann es aber nur geben, wenn alle Atomwaffen verboten und abgeschafft sind. Daher ist es gut, dass im vergangenen Jahr 122 Staaten bei den Vereinten Nationen ein internationales Atomwaffenverbot beschlossen haben.“ Die deutsche Bundesregierung boykottiert den UN-Verbotsvertrag. IPPNW und ICAN fordern die neue Regierung auf, den Kurs zu ändern und sich klar gegen Atomwaffen zu positionieren.