Globale Ausgaben für Atomwaffen stiegen 2025 um 19%

Neuer ICAN-Report:

PREMEDITATED: NUCLEAR WEAPONS SPENDING IN 2025

Im Jahr 2025 gaben die neun Atommächte knapp 119 Milliarden US-Dollar oder 3.768 Dollar pro Sekunde für ihre Nukleararsenale aus. Der Bericht „Premeditated: Nuclear Weapons Spending in 2025“ zeigt, dass die Gesamtausgaben der atomwaffenbesitzenden Staaten – China, Frankreich, Indien, Israel, Nordkorea, Pakistan, Russland, Großbritannien und die USA – im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent beziehungsweise 16,8 Milliarden Dollar gestiegen sind.

Die Vereinigten Staaten gaben erneut mehr für Atomwaffen aus als alle anderen Atommächte zusammen: 69,2 Milliarden Dollar. Mit einem Anstieg von 12,4 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr verzeichneten sie zugleich den größten Zuwachs. China lag mit 13,5 Milliarden Dollar auf Platz zwei. Großbritannien überholte Russland und wurde mit Ausgaben von 12,6 Milliarden Dollar zum drittgrößten Atomwaffenstaat nach Ausgaben, während Russland 9,5 Milliarden Dollar aufwendete.

Auf Grundlage öffentlich verfügbarer Regierungsdaten untersucht der Bericht zudem die langfristige Entwicklung der Nuklearausgaben. Während die Atommächte ihre Arsenale modernisieren und vielfach ausbauen, ist in den kommenden Jahren mit weiteren erheblichen Kostensteigerungen zu rechnen. Zahlen aus Frankreich, Großbritannien und den USA zeigen, dass dort zusätzliche Milliardenbeträge eingeplant sind, um neue Atomwaffensysteme zu entwickeln, einzuführen und über Jahrzehnte hinweg zu betreiben. Auch andere Atomwaffenstaaten, die über ihre künftigen Ausgaben weniger transparent informieren, investieren in neue Waffensysteme mit langen Einsatzzeiträumen.

In den vergangenen Jahren mussten die Vereinten Nationen sowie zahlreiche humanitäre und entwicklungspolitische Organisationen Kürzungen ihrer Finanzierung hinnehmen – auch durch Staaten, die gleichzeitig ihre konventionellen und nuklearen Streitkräfte aufrüsten. Allein die US-Ausgaben für Atomwaffen im Jahr 2025 hätten ausgereicht, um das gesamte Jahresbudget der Vereinten Nationen 19-mal zu finanzieren.

Einige Wenige profitieren

Die Atomwaffenindustrie profitiert weiterhin massiv von staatlichen Investitionen. Mindestens 25 Unternehmen, die an der Entwicklung und Instandhaltung von Atomwaffen beteiligt sind, erwirtschafteten 2025 mindestens 38 Milliarden US-Dollar aus entsprechenden Aktivitäten und verfügen über laufende Verträge im Wert von mindestens 394 Milliarden US-Dollar. Allein im Jahr 2025 wurden neue Aufträge im Umfang von rund 2,5 Milliarden US-Dollar vergeben.

Gleichzeitig investierten diese Unternehmen erhebliche Summen in politische Einflussnahme: In Frankreich und den USA gaben sie mehr als 138 Millionen US-Dollar für Lobbyarbeit aus. In Großbritannien führten sie 2025 zudem 226 Treffen mit hochrangigen Regierungsvertreter*innen durch, darunter vier Treffen mit dem Büro des Premierministers.

Die Gefahr einer nuklearen Eskalation wächst

Insbesondere der Zerfall bestehender Rüstungskontrollabkommen und -mechanismen verschärft die internationale Sicherheitslage. Das Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) warnt, dass dabei insbesondere Europa zunehmend unter Druck gerät.

Die 99 Mitgliedstaaten des Atomwaffenverbotsvertrags (AVV)  fordern mit Nachdruck Fortschritte bei der nuklearen Abrüstung, da Atomwaffen eine dauerhafte Bedrohung für die globale Sicherheit darstellen. Unterstützt werden sie von tausenden Parlamentarier*innen aus Atomwaffenstaaten und deren Verbündeten sowie von Metropolen wie Paris, Washington, D.C. und Berlin, die ihre Regierungen zum Beitritt zum AVV auffordern. Deutschland sollte sich diesem konstruktiven Engagement anschließen und den Austausch mit der Staatengemeinschaft suchen, die weiterhin auf Abrüstung und gemeinsame Sicherheit setzt.

Hier steht der Report zum Download zur Verfügung:

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