Nobelpreis bald ohne Geld aus Atomwaffen

Die Nobelpreis-Stiftung will ihr Vermögen künftig nicht mehr in Atomwaffenhersteller investieren. Das bereits angelegte Geld soll innerhalb eines Jahres überprüft und gegebenenfalls umgeschichtet werden. Das erklärte der Direktor der Stiftung, Olav Njølstad, in einem Radiointerview. Vor wenigen Tagen hatte die deutsche NGO „Facing Finance“ herausgefunden, dass Geld der Stiftung über Indexfonds auch an viele Unternehmen fließt, die Atomwaffen produzieren. Die Nobel-Stiftung hatte damals erklärt, dass sie bereits begonnen habe, nachhaltige Alternativen zu finden.

Die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN), die diesjährige Friedensnobelpreisträgerin, begrüßt den Ausstieg aus der Atomwaffenfinanzierung. Anne Balzer von ICAN Deutschland sagt: „Mit einer Frist von 12 Monaten gibt es eine nachprüfbare und transparente Deadline zur Deinvestition. ICAN wird weiter beobachten, ob den Worten auch tatsächliche Schritte folgen. Die Diskussion um die Geldanlagen der Nobelpreisstiftung hat einmal mehr gezeigt, wie notwendig klare ethische Richtlinien für Finanzinvestitionen sind. Selbstauferlegte Richtlinien sind dafür ein erster Schritt. Langfristig braucht es aber international bindende Vorschriften.“

Mit dem UN-Atomwaffenverbot, das im Juli von 122 Staaten beschlossen wurde und noch ratifiziert werden muss, sind künftig alle Aktivitäten verboten, die die Herstellung von Atomwaffen unterstützen. Aus Sicht von ICAN müssen die Staaten rechtzeitig nationale Gesetze erlassen, um den Banken in ihren Ländern entsprechende Investitionen zu verbieten.