Pressemitteilung
Auslaufen von New START beseitigt letzte Begrenzungen für Atomwaffen der USA und Russlands
5. Februar 2026 – Der New-START-Vertrag ist Geschichte. Damit endet heute der letzte verbliebene verbindliche Rüstungskontrollvertrag zwischen den Vereinigten Staaten und Russland. Sein Auslaufen erhöht das Risiko eines neuen nuklearen Rüstungswettlaufs erheblich und schwächt die internationale Sicherheitsarchitektur nachhaltig.
Der New-START-Vertrag ist ein bilaterales Abkommen zwischen den USA und Russland zur Verringerung strategischer Waffen. Er begrenzt die Zahl der einsatzbereiten strategischen Atomsprengköpfe auf 1.550 sowie die Zahl der Trägersysteme wie Raketen, Bomber und U-Boote auf 800. Zusätzlich sieht der Vertrag umfassende Transparenz- und Kontrollmechanismen vor, darunter Datenaustausch und gegenseitige Inspektionen, die Vertrauen schaffen und die Vorhersehbarkeit der strategischen Beziehungen sichern sollten.
Der Vertrag wurde 2010 unterzeichnet, trat 2011 in Kraft und wurde 2021 letztmalig bis zum 4. Februar 2026 verlängert. Ihm gingen frühere Vereinbarungen zur Reduzierung strategischer Atomwaffen voraus, deren Regelungen er fortsetzte. Im Februar 2023 setzte der russische Präsident Wladimir Putin die Teilnahme Russlands am Vertrag aus, seither sind Inspektionen und zentrale Informationspflichten faktisch außer Kraft.
„Wenn New START nun endgültig wegfällt, bleibt zwischen den beiden größten Atomwaffenstaaten der Welt nichts mehr, was nukleare Aufrüstung verbindlich begrenzt“, erklärt Christoph von Lieven, Vorstandsmitglied von ICAN Deutschland. „Das ist ein dramatischer sicherheitspolitischer Rückschritt von historischer Tragweite.“
Mit dem Auslaufen des Vertrags entfallen die letzten rechtlich bindenden Obergrenzen für strategische Atomwaffen sowie die verbliebenen Transparenzmechanismen. Das erhöht die Gefahr von Fehleinschätzungen, Eskalationen und einer neuen Phase nuklearer Aufrüstung.
„Ohne Rüstungskontrolle wächst das Risiko, dass Abschreckung wieder durch quantitative Aufrüstung ersetzt wird“, so Christoph von Lieven weiter. “Das Ende von New START fügt sich in eine globale Entwicklung zunehmender nuklearer Aufrüstung sowie den Abbau von Rüstungskontrollmechanismen ein.”
ICAN fordert die Regierungen der USA und Russlands auf, unverzüglich neue verbindliche Rüstungskontrollverhandlungen aufzunehmen und bis dahin freiwillig an den bisherigen Begrenzungen festzuhalten. Langfristig zeigt das Auslaufen von New START die dringende Notwendigkeit eines umfassenden Abrüstungsansatzes, wie ihnaktuell nur der Atomwaffenverbotsvertrag verfolgt.
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