PM: Beginn der NVV-Überprüfungskonferenz in New York

ICAN Deutschland fordert von deutschem Außenminister klare Signale für nukleare Abrüstung

New York, 27. April 2026 – Während die globale Sicherheitslage einen neuen kritischen Tiefpunkt erreicht hat, versammelt sich die Mitglieder der Vereinten Nationen in New York zur Überprüfungskonferenz des Nichtverbreitungsvertrags (NVV). Am heutigen Tag wird das Statement des deutschen Außenministers Wadephul in der Generalversammlung erwartet. ICAN Deutschland, vertreten vor Ort in New York, mahnt die Bundesregierung, angesichts drohender nuklearer Eskalationsspiralen endlich notwendige Schritte in Richtung Abrüstung einzuleiten.

Die aktuelle Weltlage verleiht dieser Konferenz eine beispiellose Dringlichkeit. In einer Zeit, in der nukleare Drohgebärden wieder zum politischen Alltag gehören und die Atommächte ihre Arsenale massiv modernisieren, steht der NVV vor einer Zerreißprobe.

„Wir können uns kein weiteres diplomatisches Scheitern leisten“, erklärt Janina Rüther, Vorstandsmitglied von ICAN Deutschland. „Der NVV ist nur so stark wie der Wille seiner Mitglieder, Artikel VI – die Verpflichtung zur vollständigen Abrüstung – ernst zu nehmen. Die Bundesregierung muss hier als Vermittlerin auftreten, die nicht nur die Nichtverbreitung mahnt, sondern auch die Abrüstung der Nuklearwaffenstaaten aktiv einfordert.“

Besonders kritisch bewertet ICAN Deutschland das jüngste Statement der NATO-Staaten zur NVV-Konferenz. Zwar betont das Bündnis darin seine Verbundenheit mit dem Vertrag, klammert jedoch den eigenen Beitrag zur Abrüstung weitgehend aus.

„Es besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen der verbalen Unterstützung des NVV und der gleichzeitigen Zementierung der NATO als ‚nukleares Bündnis‘“, so Janina Rüther zu dem offiziellen NATO- Statement vom 20.04.2026. “Eine zukunftsfähige Sicherheitsarchitektur kann nicht dauerhaft auf der Androhung massenhafter Vernichtung basieren.”

Trotz der schwierigen Ausgangslage blickt ICAN Deutschland mit Erwartung auf die kommenden Wochen. Die Konferenz bringt fast alle Staaten der Welt zusammen und bietet eine der seltenen Plattformen für einen globalen Dialog über das Überleben der Menschheit im Atomzeitalter. Besonders hoffnungsvoll stimmt die starke Präsenz der Zivilgesellschaft: Über 150 Organisationen sind vor Ort in New York vertreten, um die Verhandlungen kritisch zu begleiten.

 

Über ICAN: Die International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN) ist ein globales Bündnis von Zivilgesellschaftsorganisationen, das für die Einhaltung und vollständige Umsetzung des Vertrags über das Verbot von Kernwaffen kämpft. 2017 erhielt ICAN den Friedensnobelpreis.

Pressekontakt: presse@ican.berlin