Berlin, 29.08.2025 – Am Internationalen UN-Tag gegen Atomtests erinnert die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) Deutschland an die Millionen Menschen, deren Leben durch Atomwaffentests zerstört oder nachhaltig beeinträchtigt wurde.
Vor 80 Jahren, 1945, zündeten die USA in der Wüste von New Mexico die erste Atomwaffe. Ein historischer Einschnitt und eines der großen Verbrechen der Menschheit. Seitdem haben Atomwaffenstaaten weltweit über 2.000 Atomtests durchgeführt – mit dramatischen Folgen für Mensch und Umwelt.
Überlebende leiden bis heute an Krebs, Fehlbildungen und anderen schweren Krankheiten. Ganze Regionen, darunter Gebiete in Kasachstan, auf den Marshallinseln, in Algerien und Australien, sind dauerhaft verseucht und unbewohnbar.
„Diese Verbrechen gegen Menschen und Natur dürfen nicht in Vergessenheit geraten“, sagt Christoph von Lieven, Vorstandsmitglied von ICAN Deutschland. „Gerade jetzt, wo Atomwaffen in politischen Debatten wieder als ‚nötiges Abschreckungsmittel‘ verharmlost werden, müssen wir den Stimmen der Überlebenden Gehör verschaffen. Sie zeigen uns, was Atomwaffen in der Realität bedeuten: Leid, Tod und Zerstörung.“
Es waren nicht nur die direkten Explosionen von Atombomben, die verheerend wirkten – laut Forschungen tragen wir alle noch heute radioaktive Stoffe in uns, als Konsequenz des globalen Fallouts. Die oberirdischen Tests zwischen 1945 und 1980 gelten als Ursache für geschätzte 2,4 Millionen Krebstote weltweit. Zudem wurden Testorte oft auf dem Land indigener Völker und marginalisierter Gemeinschaften gewählt, weit entfernt von den Entscheidungsträger*innen.
Der Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) der Vereinten Nationen ächtet nicht nur Atomwaffen, sondern sieht auch konkrete Hilfen für Überlebende sowie Maßnahmen zur Sanierung verseuchter Gebiete vor. Deutschland ist diesem Vertrag jedoch bis heute nicht beigetreten.
Anstelle sich von den brandgefährlichen Aufrüstungsforderungen à la Trump treiben zu lassen, sollten europäische Staaten Verantwortung übernehmen und dem Atomwaffenverbotsvertrag beitreten – so wie Österreich, Irland und Malta bereits getan haben.