Nordkorea provoziert nukleare Eskalation

Nach einer erneuten militärischen Provokation Nordkoreas könnte sich die Lage in Nord-Ost-Asien weiter zuspitzen. Das Regime hat in der vergangenen Nach mit hoher Wahrscheinlichkeit seinen vierte Atomwaffentest durchgeführt

Gegen 1:30 UTC (2:30 mitteleuropäische Zeit) habe ein ungewöhnliches seismisches Ereignis stattgefunden, meldete die Organisation für den Atomteststoppvertrag (CTBTO) in Wien. Nordkorea gab bekannt, es habe erfolgreich eine Wasserstoffbombe getestet. Dies wäre der vierte Kernwaffenversuch von nordkoreanischer Seite seit 2006.

Das Regime verstößt damit gegen die universelle Norm eines umfassenden Verbots von Nuklearwaffenversuchen, zu der sich bisher 183 Staaten vertraglich bekannt haben. Gleichzeitig stellt jeder Atomtest eine hohe radioaktive Belastung für die Umwelt dar und signalisiert eine politische Provokation auf internationaler Ebene.

Mit dem möglichen Atomtest bedroht Nordkorea allerdings nicht nur seine unmittelbaren politischen Opponenten wie Südkorea, sondern brüskiert auch die chinesische Regierung. Von Seiten Pekings kam im Laufe des Nachmittags eine erste Reaktion, welche das Verhalten Nordkoreas aufs Schärfste verurteilte.

„Wenn Nordkorea tatsächlich einen weiteren Kernwaffentest durchgeführt hat, dann bedeutet dies nicht nur eine klare Drohung gegenüber der Staatengemeinschaft, insbesondere in Richtung Südkoreas und Japans, sondern auch eine Abwendung von seinem letzten Verbündeten China. Im schlimmsten Fall könnte dieses Verhalten zu einer Eskalationsspirale in nord-ost-asiatischen Region führen“, sagt Julia Berghofer, Vorstandsmitglied der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN). „Gleichzeitig könnte dies aber auch die Isolation Nordkoreas verstärken und von Seiten Chinas zu einer Null-Toleranz-Politik führen“.

Auf internationaler Ebene finden seit sieben Jahren keine offiziellen Gespräche mit Nordkorea statt. Die Vereinten Nationen verschärften damals die Sanktionen gegen das Regime wegen eines Raketentests. Es kam in diesem Zeitraum mehrmals zu gefährlichen Spannungen, die einen Einsatz von Atomwaffen in den Bereich des Möglichen rückten.

Im November 2014 fanden immerhin Friedensgespräche mit Südkorea statt. „Es liegt im Interesse der internationalen Gemeinschaft, die Gespräche mit Nordkorea wieder aufzunehmen. Ebenso muss auf die universelle Unterzeichnung und Ratifikation des Atomwaffenteststoppvertrags hingewirkt werden, der sich einige Länder  wie die USA, Pakistan und Indien immer noch verschließen“, so Julia Berghofer.

ICAN verurteilt alle Formen von Atomtest und ruft alle Länder dazu auf, den Teststoppvertrag zu unterzeichnen und zu ratifizieren.

Weitere Informationen zum Atomteststoppvertrag finden Sie unter http://www.atomwaffena-z.info/glossar/a/a-texte/artikel/4eb8b5893d/atomteststoppvertrag-umfassender.html

Weitere Informationen zur Wasserstoffbombe finden Sie unter http://www.atomwaffena-z.info/glossar/w/w-texte/artikel/8378b610ed/wasserstoffbombe.html

Kontakt: 
Sascha Hach, sascha@ican.berlin
Julia Berghofer, julia@icanw.de
www.icanw.de