Offener Stammtisch Berlin

Deutsches Uran für US-Atomwaffen

Matthias Eickhoff von ICAN Deutschland und dem Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen berichtet über die Hintergründe der Urananreicherung in Deutschland, den Beitrag zum US-Atomwaffenprogramm und die Proteste gegen den Weiterbetrieb der Urananlage, die bislang vom deutschen Atomausstieg ausgenommen ist. Anschließend gibt es die Möglichkeit Fragen zu stellen und zu diskutieren.

Die Anreicherung von Uran gilt weltweit als ein wichtiger Weg zur Atombombe. Technisch ist eine Unterscheidung zwischen ziviler und militärischer Anreicherung kaum möglich, deshalb drehen sich internationale Verhandlungen – z. B. mit dem Iran – immer wieder um die Kapazitäten zur Urananreicherung. Auch in der Bundesrepublik gibt es eine große Urananreicherungsanlage (UAA), und zwar im westfälischen Gronau an der niederländischen Grenze. Die UAA Gronau kann bis zu 10 Prozent des Weltmarktes für AKW-Brennstoff abdecken. Mit dieser Atomanlage könnte die Bundesrepublik aber auch innerhalb weniger Wochen genug Uran für den Bau einer Atombombe anreichern. Die deutsch-britisch-niederländische Betreiberfirma Urenco und die Bundesregierung sehen auch keine rechtlichen Hindernisse, angereichertes Uran in die USA zu liefern, für die Herstellung von Tritium zur Verwendung in US-amerikanischen Atomwaffen. Die Bundesregierung sitzt im Kontrollgremium. In Jülich sitzt zudem die Spezialfirma ETC, welche die weltweit gebräuchlichen Uranzentrifugen entwickelt und baut. Miteigentümer ist auch hier Urenco.