Vortrag: Atomwaffen abschaffen!

Dr. Helmut Lohrer (International Councillor der deutschen Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, IPPNW) schildet in seinem Vortrag den zivilgesellschaftlichen Kampf gegen die atomare Bedrohung.

Die von Atomwaffen ausgehende Bedrohung ist nach dem Ende des Kalten Krieges aus dem öffentlichen Bewusstsein nahezu verschwunden. Durch die in den letzten Jahren eskalierten Konflikte in der Ukraine und in Syrien, die beide eine Konfrontation von Atommächten beinhalten, und durch die nukleare Aufrüstung Nordkoreas ist die Angst in unsere Köpfe zurückgekehrt. Diese Angst ist berechtigt: 15.000 Atomwaffen bedrohen das Überleben der Menschheit. Schon der Einsatz von 1000 Sprengköpfen würde den Planeten unbewohnbar machen. Wie realistisch ist es, dass die Menschheit dauerhaft vor einem absichtlichen oder versehentlichen Einsatz dieser Waffen verschont bleibt?

Vor mehr als 30 Jahren, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, gingen Hunderttausende auf die Straße und machten deutlich, dass sie sich mit dieser Gefahr nicht abfinden wollen.

Die Atombomben sind heute immer noch da. Aber wo sind die Massen? Ist es den Menschen inzwischen egal, was da geschieht? Viele meinen, die Friedensbewegung sei tot, würde keine Rolle mehr spielen.

Aber sie lebt! ICAN, ein breites Bündnis von Organisationen, an dem junge Leute einen wesentlichen Anteil haben, hat über Jahre für die Abschaffung von Atomwaffen gekämpft. Im Juli letzten Jahres hat die überwiegende Mehrheit der Staaten bei der UN-Vollversammlung einen Vertrag verabschiedet, der Atomwaffen für illegal erklärt.

ICAN wurde dafür der Friedensnobelpreis verliehen. Weil der Vertrag ohne Zutun der AktivistInnen nie zustande gekommen wäre. Ein Beispiel, dass zivilgesellschaftliches Engagement etwas verändern kann.

Das Ende des nuklearen Zeitalters ist damit nicht erreicht. Wie können wir, und wie können gerade junge Menschen dazu beitragen, die existentielle Bedrohung durch Atomwaffen zu beenden?