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Hiroshima-Gedenken in Berlin, 2017. Foto: Valentine Burkart/IPPNW

Gedenken an Hiroshima und Nagasaki

Veröffentlicht am 8. August 2017

Am Wochenende fanden in Berlin und deutschlandweit verschiedene Gedenkveranstaltungen zu den Atombombenangriffen auf Hiroshima und Nagasaki statt. Ein Atombombenabwurf verursacht Leid unvorstellbaren Ausmaßes. Eine angemessene medizinische Hilfe ist unmöglich. Daher müssen wir alles dafür tun, damit sich so etwas nie wiederholt.

ICAN Deutschland hat sich am Samstagabend in Gedenken an die Opfer nuklearer Strahlung an der Kerzenaktion an der Friedensglocke in Berlin beteiligt.

Auch im westfälischen Gronau fand am Sonntag eine Kundgebung statt. Denn in der Gronauer Urananreicherungsanlage wird die Zentrifugentechnologie genutzt, die auch zur Herstellung von Atomwaffen geeignet ist. Offiziell ist das zwar verboten, aber die Geschichte lehrt, dass die Trennung von ziviler und militärischer Nutzung der Atomkraft unmöglich ist. Daher wurde auch in Gronau demonstriert: Gegen bestehende und neue Atomanlagen und für eine atomwaffenfreie Welt.

Fotos zu den Aktionen in Berlin findet ihr auch auf dem Flickr-Account von IPPNW.

Mehr Infos zum Hiroshima-Jahrestag findet ihr in unserer Pressemitteilung.

Unser Grußwort zur Kundgebung in Gronau findet ihr hier in voller Länge (zum pdf-Dokument):

 

Liebe Freundinnen und Freunde,

heute jährt sich der Atombombenabwurf über Hiroshima. Am 6. August 1945 wurde die japanische Stadt vollkommen zerstört. Durch die Hitze sind sofort zehntausende Menschen gestorben, die Druckwelle und die Strahlen töteten und verletzten anschließend viele weitere unschuldige Opfer. Drei Tage später wurde über der Stadt Nagasaki eine weitere Atombombe abgeworfen. Bis Ende 1945 fanden so insgesamt mehr als 200.000 Menschen den Tod.

Die Ereignisse von Hiroshima und Nagasaki zeigen in aller Deutlichkeit: Ein Atombombenabwurf verursacht Leid unvorstellbaren Ausmaßes. Eine angemessene medizinische Hilfe ist unmöglich. Daher müssen wir alles dafür tun, damit sich so etwas nie wiederholt. Deshalb sind wir heute hier.

In der Gronauer Urananreicherungsanlage wird die Zentrifugentechnologie genutzt, die auch zur Herstellung von Atomwaffen geeignet ist. Offiziell ist das zwar verboten, aber die Geschichte lehrt, dass die Trennung von ziviler und militärischer Nutzung der Atomkraft unmöglich ist. Der Wissenschaftler Abdul Qadir Khan hat beispielsweise Pläne aus Urencos Urananreicherungsanlage in den Niederlanden geschmuggelt und so Ländern wie Iran und Nordkorea zur Atombombe verholfen.

Wer eine friedliche Welt ohne Atomwaffen will, muss Nein sagen zu allen Atomanlagen weltweit!

Neben diesen Problemen hat die Urenco aber offenbar auch Material in die USA geliefert, das direkt zur Herstellung von Atomwaffen genutzt wird. Deutschland unterstützt somit die atomare Aufrüstung. Das ist ein handfester Skandal!

Inzwischen ist eindeutig geklärt, dass dies auch gegen das Völkerrecht verstößt. Die Vereinten Nationen haben in diesem Sommer einen Vertrag beschlossen, der Atomwaffen verbietet. Untersagt ist unter anderem die Herstellung, die Weitergabe und die Stationierung von Atomwaffen, sowie deren Einsatz und auch die Androhung eines Nuklearschlags. Verboten sind zudem sämtliche Aktivitäten, die solche Handlungen unterstützen. Dazu zählt eindeutig auch die Belieferung mit Uran, das zur Produktion von Atomwaffen verwendet wird!

Dass dieser neue Vertrag von mehr als 120 Staaten beschlossen wurde, ist ein großer Erfolg für die Bewegung gegen Atomwaffen. Am 20. September wird das Abkommen zur Unterzeichnung freigegeben. Wenn 50 Staaten ratifiziert haben, wird der Vertrag 90 Tage später in Kraft treten. Leider ist Deutschland bislang nicht dabei, die schwarz-rote Bundesregierung hat sogar die Verhandlungen boykottiert.

Wir wollen dafür sorgen, dass die nächste Bundesregierung dem Vertrag beitritt. Daher möchten wir die Abgeordneten unter Druck setzen. In der kommenden Woche starten wir eine Mailaktion. Jeder Bürger und jede Bürgerin kann die Bundestagskandidaten in seinem bzw. ihrem Wahlkreis anschreiben und fragen, ob sie sich für das Atomwaffenverbot einsetzen werden. Ihr findet alle Infos auf www.nuclearban.de.

Dass der Verbotsvertrag beschlossen wurde, ist auch den Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki zu verdanken, den Hibakusha. Sie kämpfen seit Jahren für eine Welt ohne Atomwaffen und waren bei vielen Verhandlungen dabei. Gemeinsam werden wir weiterkämpfen, für eine Welt ohne Atomkraft und Atomwaffen!

Vielen Dank.



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