Volksbanken finanzieren Atomwaffenhersteller

Friedensnobelpreisträger ICAN startet Kampagne

Das Geld der 30 Millionen Kunden von Volks- und Raiffeisenbanken steckt auch in Atomwaffen, kritisiert die Abrüstungsorganisation ICAN. Letztes Jahr haben die Aktivisten den Friedensnobelpreis gewonnen – heute starten sie eine Kampagne, die sich an die Genossenschaftsbanken richtet. Sie fordern, die Geschäfte mit Atomwaffenherstellern zu beenden.

Kunden der Volks- und Raiffeisenbanken sowie der Sparda-Bank sind dazu aufgerufen, sich der Aktion anzuschließen. Dafür hat ICAN unter www.atombombengeschaeft.de eine Aktionsseite eingerichtet, auf der man mit einem Klick eine Protestmail an die eigene Filiale schicken kann. Aber auch Nicht-Kunden können sich an der Aktion beteiligen.

“Die Atomraketen, die von Airbus produziert werden, sind 80 Mal zerstörerischer als die Atombombe auf Hiroshima“, erklärt Aino-Ritva Weyers aus dem Vorstand von ICAN Deutschland. „Es ist verantwortungslos, Firmen zu finanzieren, die solche Massenvernichtungswaffen herstellen.” Mit einem Kredit in Höhe von 66 Millionen US-Dollar finanziert die DZ-Bank (Zentralinstitut der Volks- und Raiffeisenbanken) den Rüstungskonzern Airbus.

Aufgedeckt wurde dies durch die im März 2018 von ICAN veröffentlichten Studie “Don’t Bank on the Bomb”. „Wir haben Zuschriften vieler Menschen erhalten, die nach der Veröffentlichung unserer Studie mit ihrer Bank in Kontakt getreten sind. Sie waren empört, dass ihre Bank in Atomwaffenhersteller investiert und besorgt darüber, ob auch ihr Geld in diese Unternehmen fließen könnte“, erzählt Weyers. Doch die DZ Bank habe auf Anfrage von ICAN mit Ausreden reagiert. „Das konnten wir nicht hinnehmen. Daher starten wir nun die Mailaktion, damit die Volks- und Raiffeisenbanken endlich Verantwortung übernehmen.“

ICAN sieht den Stopp von Investitionen in Atomwaffenhersteller als einen wesentlichen Schritt zur Ächtung der Massenvernichtungswaffen. International gibt es dafür gute Vorbilder: So beschloss zum Beispiel der norwegische Staatliche Pensionsfonds – einer der größten Investoren der Welt – alle Geschäfte mit Atomwaffenherstellern zu beenden. Dazu veröffentlichte er eine sogenannte Ausschlussliste, also eine Liste mit Unternehmen, die aufgrund ihrer Beteiligung an der Atomwaffenproduktion fortan nicht mehr für Investitionen in Betracht kommen. Auch die Deutsche Bank hat in diesem Jahr eine neue Richtlinie beschlossen, die Investitionen in Atomwaffen ausschließen soll. Dies kann anderen Banken, zum Beispiel den Volks- und Raiffeisenbanken, als Vorbild dienen.