Weniger Finanzinstitute investieren in Atomwaffen

Neue „Don`t  Bank on the Bomb“ Studie heute veröffentlicht

Die niederländische ICAN-Partnerorganisation PAX hat einen neuen Bericht zu der Beteiligung durch Finanzinstitute an Atomwaffenproduktionen veröffentlicht. Der Bericht „Beyond the Bomb“ verdeutlicht: Immer mehr Institute lehnen Investitionen in Atomwaffen ab.

Finanzinstitute mit einer umfassenden Strategie zum Ausschluss von entsprechenden Investitionen sind in der Kategorie „Hall of Fame“ gelistet. Die zweite Kategorie „Runners Up“ listet Institute, die ihre Richtlinien bereits überarbeitet haben, aber noch Schlupflöcher bieten.

Die Anzahl der Finanzinstitute, die ihre Richtlinien grundlegend überarbeitet haben, sind seit 2014 von 35 auf 77 gestiegen. 36 von ihnen haben umfassende Maßnahmen ergriffen (Hall of Fame). Im Vergleich zum Vorjahr sind neun Institute hinzugekommen, unter anderem die „Bank für Kirche und Caritas“ mit Sitz in Paderborn. In der Kategorie „Runners Up“ wurde die Deutsche Bank aufgenommen. Sie hatte 2018 ihre Richtlinie in Hinblick auf kontroverse Waffensysteme angepasst. Zwar sind die Vorgaben noch nicht ausreichend, um Investitionen in Atomwaffen vollständig auszuschließen. Dennoch zeigt die Anpassung, dass solche Investitionen immer stärker in die Kritik geraten.

Derzeit ratifizieren weitere Staaten den Vertrag zum Verbot von Atomwaffen, der auch die Unterstützung der Herstellung von nuklearen Waffen verbietet (Stand 17.10.2019: 32 Ratifikationen). Daher ist zu erwarten, dass künftig weitere Finanzinstitute ihre Richtlinien ändern und somit Atomwaffen ächten werden.

„Dass nun immer mehr Finanzinstitute entscheiden, ihre Richtlinien zu überarbeiten, zeigt: Die Androhung eines Massenmords durch Atomwaffen ist nicht legitim. Weitere Institute müssen dem Vorbild der Bank für Kirche und Caritas folgen, damit die Modernisierungsprogramme der Atomwaffenstaaten und ihrer Alliierten keine Chance haben“, so Anne Balzer von ICAN Deutschland.

Die Studie „Beyond the Bomb“ finden Sie hier

Für inhaltliche Rückfragen zum Bericht:

Maaike Beenes, PAX Senior programme officer Humanitarian Disarmament

Tel + 31 (0)30 24 28 417 I  Mob +31 (0)6 82 61 38 98

E-mail beenes@paxforpeace.nl