Geschichte von ICAN Deutschland

Meilensteine in der Geschichte von ICAN Deutschland

Von Beginn an waren Mitglieder von ICAN Deutschland auf Staatenkonferenzen zur nuklearen Abrüstung und zum Atomwaffensperrvertrag vertreten, so etwa bei den Konferenzen zu den humanitären Auswirkungen von Atomwaffen in Oslo 2013, in Nayarit und Wien 2014,  sowie bei der offenen UN-Arbeitsgruppe, der UN-Generalversammlung 2016 und den Vertragsverhandlungen zum Atomwaffenverbot 2017.

2013

Erster zivilgesellschaftlicher und parlamentarischer Round Table
06. Februar
Gemeinsam mit ICAN Norwegen veranstaltete ICAN Deutschland ein Treffen von NGO-Vertreter*innen und Mitarbeiter*innen aus dem Parlament zur Aufklärung über eine neue Abrüstungsbewegung, der humanitären Initiative, und deren erste Erfolge.

Treffen der drei deutschsprachigen Sektionen von ICAN, Berlin
26-28. Juli
Junge Teilnehmer*innen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland trafen sich in Berlin und tauschten sich über Capacity Building und die besten politischen Strategien zum Aufbau von ICAN im deutschsprachigen Raum aus.

2014

Berlin Sessions on Humanitarian Disarmament
23./24. Januar
Zahlreiche NGOs, Think Tanks und Koalitionen weltweit konnten sich im Berliner Umspannwerk über Erfolge und Schwierigkeiten beim Engagement für die atomare Abrüstung austauschen. Eingeladen waren auch Journalist*innen, Parlamentarier*innen und Regierungsvertreter*innen, die zur Abrüstung arbeiten – ob zu Atomwaffen, Landminen, Streumunition, autonomen (Roboter-)Waffensystemen oder Bio- und Chemiewaffen.

ICAN Deutschland: Gründung des Vereins
21. August
Bei der Versammlung wurde der Verein ICAN Deutschland mit zunächst sieben Mitgliedern offiziell gegründet. Nach der formellen Eintragung ins Vereinsregister wurde der Verein aufgrund seiner Satzung als gemeinnützig anerkannt.

ICAN Action Academy
11-14. September
In den Räumen der Heinrich-Böll-Stiftung und des Rathauses Charlottenburg in Berlin hat ICAN Deutschland ein Trainingsprogramm für mehr als 100 junge Aktivist*innen aus 15 Europäischen Ländern ausgerichtet. Gemeinsam konnten sie lernen, wie effektive Kampagnenarbeit funktioniert, wie man mit neuen und alten Medien kommuniziert, in Koalitionen zusammenarbeitet oder Fundraising betreibt für die Verwirklichung eines internationalen Vertrages zur Ächtung von Atomwaffen. Follow-up-Treffen gab es im Oktober in Brüssel und im Dezember in Wien, im Rahmen der dritten Konferenz zu den humanitären Auswirkungen von Atomwaffen.

Kampagne „Atomwaffen – ein Bombengeschäft“
Mai-Dezember
ICAN Deutschland wirkte maßgeblich an der Kampagne zur Beendigung der Finanzierung von Atomwaffen mit (www.atombombengeschäft.de). Die Kampagne richtet sich gegen Investitionen und Kredite von deutschen Finanzinstituten in Produzenten von Atomwaffen und deren Trägersystemen. Die Kampagne mündete in einer Aktionswoche im September mit 22 Aktionen in 15 Städten.

2015

Side-Event zur Rolle der NATO in New York
Mai
Eine deutsche ICAN-Delegation nahm an der Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags in New York teil und organisierte u.a. ein Side-Event zur Nuklearen Teilhabe und dem sich anbahnenden Atomwaffenverbot. Die Podiumsdiskussion “Can Nato ban the bomb?” erörterte, inwiefern verschiedene Perspektiven tatsächlich in Widerspruch stehen oder sich vielleicht doch ergänzen.

Berlin-Besuch von Hiroshima-Überlebender Setsuko Thurlow
Juni
Die Überlebende der Atombombenabwürfe in Japan, Setsuko Thurlow, war Gast von ICAN Deutschland in Berlin und berichtete bei mehreren Veranstaltungen und Schulbesuchen über ihre Erlebnisse als Kind in Hiroshima. Bei dem von der Berliner IPPNW-Studierendengruppe organisierten Vortrag platzte der Hörsaal in der Berliner Charité aus allen Nähten.

ICAN stellt sich auf dem Fusion-Festival in Lärz vor
Juli
Jährlich findet auf dem ehemaligen sowjetischen Militärflugplatz in Lärz (Mecklenburg-Vorpommern) ein alternatives Festival mit über 60.000 Gästen statt. Im Jahr 2015 wurde ICAN eingeladen, dort das bevorstehende Verbot von Atomwaffen vorzustellen, in einem simultan übersetzten Vortrag auf Englisch: Yes we Ban!

2016

Forsa-Umfrage: Überwältigendes Votum für Abzug und Verbot von Atomwaffen
23. März
Eine überwältigende Mehrheit von 85% der Bundesbürger spricht sich dafür aus, dass die auf deutschem Boden gelagerten US-Atomwaffen abgezogen werden. 93% befürworten nach der neuesten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa, dass Atomwaffen, ähnlich wie Chemie- und Biowaffen, völkerrechtlich verboten werden sollen. 88% sprechen sich dagegen aus, dass die USA die in Deutschland gelagerten Atomwaffen durch neue und einsatzfähigere Waffen ersetzen, wie es für das Jahr 2020 geplant ist.

ICAN Spring Academy
23.-25. April
In Berlin gab es ein Wochenende für Studierende und junge Erwachsene mit interaktiven Workshops zu Atomwaffen-Basics und Trainings in Lobbygesprächen bzw. Campaigning-Skills. Die Teilnehmer*innen konnten in Gesprächen mit Abgeordneten ihre neu erworbenen Kenntnisse in der Praxis testen.

Social-Media-Kampagne #icanchange
Oktober-Dezember
Ausgehend vom Konzept von Student*innen der Europäischen Medien- und Business-Akademie in Düsseldorf startete am 3. Oktober eine fast dreimonatige Social-Media-Kampagne auf Facebook, Twitter, Instagram und der Website von ICAN Deutschland. Ziel war, Unterschriften für eine Weact-Petition für die deutsche Teilnahme an den Verhandlungen zu einem Atomwaffenverbot zu sammeln.

Resolution im Europaparlament
27. Oktober
Auf Betreiben eines deutschen ICAN-Vertreters in Brüssel hat das Europäische Parlament eine klare Haltung zu den bevorstehenden Verhandlungen über eine internationale Ächtung von Atomwaffen eingenommen: EU-Mitgliedsstaaten sollten in den Vereinten Nationen für die Einberufung von Vertragsverhandlungen stimmen und daran “konstruktiv teilnehmen”.

2017

Nukipedia Spring Academy
13.-15. Mai
Studierende und junge Erwachsene nahmen an einem Workshop-Wochenende von ICAN und IPPNW in Berlin teil. Dort erweiterten sie ihr Wissen zu Atomwaffen und den Verbotsverhandlungen. Zudem lernten sie, wie man mit Politiker*innen Gespräche führt. Danach nahmen sie an einem Praxistag mit Abgeordneten und Ministerialbeamten teil.

Heller Protest: Lichtprojektion am Auswärtigen Amt
13. Juni
Mit einer meterhohen Lichtprojektion am Gebäude des Außenministeriums haben wir gegen die Atomwaffenpolitik der Bundesregierung protestiert, und eine Botschaft auf die Ostseite des Auswärtigen Amts projiziert: „Die UN verhandeln ein Atomwaffenverbot. Deutschland aber fehlt!“ Daneben war ein leerer Stuhl zu sehen.

UN-Verbotsvertrag beschlossen, wir waren dabei
7. Juli 2017
ICAN Deutschland hat sich an dem Endspurt der UN-Verhandlungen zum Atomwaffenverbot in New York beteiligt. Die fünfköpfige Delegation informierte über einen täglichen Blog und berichtete über Social Media. Mit intensiver Lobbyarbeit trugen die Aktiven zum Erfolg der Verhandlungen bei und unterstützten nach ihrer Rückkehr in Deutschland die Verbreitung der guten Nachricht. Der deutschen Presse standen wir für die zunehmende Berichterstattung als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Mailaktion zur Bundestagswahl
August/September
Im Vorfeld der Bundestagswahl startete ICAN Deutschland eine Online-Kampagne, um alle Kandidat*innen aufzufordern, den neuen Verbotsvertrag zu unterstützen. Über ein Online-Tool konnten Aktionsteilnehmer*innen direkt ihre Kandidat*innen im Wahlkreis anschreiben. Über 700 Antworten wurden an ICAN zurückgeschickt und ausgewertet.

Neue YouGov-Umfrage
11. September
Die breite Mehrheit der Bevölkerung möchte, dass Deutschland den internationalen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen unterzeichnet. Das ergab eine YouGov-Umfrage im Auftrag von ICAN Deutschland. 71 Prozent der Bundesbürger sind der Meinung, dass die künftige Bundesregierung dem Abkommen beitreten sollte. Nur 14 Prozent sind dagegen, 15 Prozent haben keine Meinung.

Italien setzt sich mit dem Verbotsvertrag auseinander
19. September
Am Tag vor der feierlichen Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrages in New York konnten Mitglieder von ICAN Deutschland mit der Mehrheit des italienischen Parlaments eine Resolution durchbringen, die die italienische Regierung dazu verpflichtet, eine Ratifikation des Verbots im Einklang mit ihren Bündnisverpflichtungen zu “prüfen”. Dies macht Italien bisher zum Vorreiter und Vorbild innerhalb der NATO.

Große Pressekonferenz zum Friedensnobelpreis
6. Oktober
Mit einer großen Pressekonferenz in der Heinrich-Böll-Stiftung und zahlreichen Interviews in nationalen und internationalen Medien bekam ICAN Deutschland viel Aufmerksamkeit für die Bekanntgabe des Nobelkomitees, dass der Friedensnobelpreis 2017 an ICAN verliehen wird.

Lichtprojektion an der CDU-Zentrale
2. November
Mit einer meterhohen Lichtprojektion direkt neben der CDU-Zentrale haben wir die Partei zu einem Kurswechsel in der Atomwaffenpolitik aufgefordert.

Menschenkette zwischen den Botschaften der USA und Nordkoreas
18. November
Mit einer einen Kilometer langen Menschenkette zwischen den Botschaften der USA und Nordkoreas haben über 700 Menschen in Berlin ein Zeichen gegen atomare Aufrüstung gesetzt.